Herren – Minimales Kader, maximaler Erfolg

Dritte Meisterschaftsrunde 3. Liga Kleinfeld


Im Bericht der letzten Runde wurde noch von einem «Rumpfkader» und «Linienzusammenstellung» geschrieben. Schnee von gestern. Aufgrund von feuchtfröhlichen Jungbürgerfeiern, Wellness-Urlauben und Doppellizenzen standen dieses Mal noch 5 Feldspieler und 1 Torhüter auf dem Matchblatt. Natürlich war man um Coach First Lady wieder «gottfroh», aber da wir noch keine All-Gender-Liga haben, konnte sie uns auf dem Feld leider nicht helfen. Tja, ein Verteidigerpaar gewürfelt und der Rest wusste was zu tun ist. Das Unterfangen «Kräfte sparen und trotzdem liefern» konnte somit beginnen.


UHC Schaan – Rehetobel Unihockey 9:4 (4:2 / 5:2)

Der SV Rehetobel ist für uns ein wenig wie eine rote Ampel: man akzeptiert sie, mehr aber auch nicht. Grössenteils negative Gefühle. Entsprechend motiviert starteten die Gelb-Blauen, jedoch immer mit dem Ziel, dass man im zweiten Spiel zumindest noch auf den Beinen stehen kann. Irgendwie schien es, als ob diese «Taktik» im Verlauf des Spiels immer weiter ausgebaut und mit viel Spielintelligenz umgesetzt werden konnte. Zumindest waren bis zur 5. Minute zwei Vorstösse erfolgreich, in denen erst Hartmann und anschliessend Neff einnetzen konnten. In der Folge kamen auch die Appenzeller langsam im Spiel an und trafen sogar zum zwischenzeitlichen Ausgleich (2:2). Doch dieser war nur von kurzer Dauer: Mittels Doppelpack stellte Neff die Zwei-Tore Führung bis zur Pause wieder her.


Im zweiten Spielabschnitt dominierten die Schaaner weitestgehend das Geschehen. Es waren in der Zwischenzeit auch keine Verstärkungsspieler angekommen, wohlgemerkt spielte man somit immer noch zu fünft! Die Zauberformel hiess einzig und allein: Ball halten, den Gegner kommen lassen und durch schnelle Angriffe sein Glück versuchen. Das zeigte Hartmann mit seiner eleganten «Durchschlängel-Spielweise» vorbildlich, in dem er kurz nach der Pause erneut für Neff auflegte, worauf die Führung im Anschluss weiter ausgebaut wurde. Rehetobel vermochte nur noch zwei Chancen zu verwerten, im Gegensatz zu den grandios aufspielenden Fürstensöhnen. Captain Felder war scheinbar überrascht über seine noch vorhandenen Energiereserven und nutzte diese glatt zu einem Dreierpack. Stefan Stiefel Zimmermann wollte dann auch noch endlich mit Toren (statt mit Strafen) glänzen und schaffte dies kurz vor Schluss in altbekannter «Schlitzohr-Manier». Ein wenig überrascht war man in der Kabine dann schon, dass die Partie so klar gewonnen werden konnte und doch noch genügend Kraftreserven vorhanden waren. Manchmal ist es eben einfach effizienter, eine rote Ampel zu überfahren…


Tore UHCS: 1:0 Hartmann (Neff), 2:0 Neff (Felder), 3:2 Neff (Hartmann), 4:2 Neff, 5:2 Neff (Hartmann), 6:3 Felder, 7:3 Felder (Neff), 8:3 Felder, 9:3 Zimmermann



UHC Schaan – UHC Mönchaltdorf (5:1 / 8:9)


Nach einer kurzen Erholungspause und einem Aufwärmen für Arme (nicht wegen der Motivation, sondern eben: Kräfte sparen) ging es wieder raus aufs Feld. Mönchaltdorf hatte Heimrunde was dann bei unserem Modus meist sowas wie zu wenig Platz auf der Spielerbank bedeutet. Ha! Wir hatten also so etwas wie Business Class: Beinfreiheit pur. Man muss die Dinge eben positiv sehen. Die Anzahl an Manpower war jedoch auf den ersten Blick trotzdem klar aufseiten des Heimteams. Nur muss das eben nicht viel heissen und entsprechend startete die Partie, beziehungsweise verlief die gesamte erste Halbzeit zu Gunsten der Schaaner. Felder schien sein Energiemanagement am besten im Griff zu haben und buchte sein Dreierpack dieses Mal bereits in der Startviertelstunde. Mönchaltdorf wusste nicht so recht wie ihnen geschah, waren sie doch zahlenmässig (aber eben nur da) klar überlegen. Irgendwann schafften sie immerhin den Anschlusstreffer (3:1), der aber mit weiteren Toren von Zimmermann und Neff im Nirvana des Matchberichtes landete. Die Taktik des Ballverwaltens funktionierte weiterhin hervorragend und so war die positive Verwunderung auch in dieser Pause relativ gross. Auf der anderen Seite wurde hingegen gerätselt, wie man diese Gallier aus dem Ländle stoppen könnte.


Erst schien es, als hätten die Mönche ihren Zaubertrank gefunden und konnten kurz nach Wiederanpfiff verkürzen (5:2). Doch da haben sie die Rechnung ohne Topscorer Neff gemacht. Angestachelt von Sturmpartner Felder wollte auch er seinen Dreierpack realisieren und schaffte diesen in rekordverdächtiger Zeit (8:2). Damit unterstrichen die beiden Torgaranten endgültig ihre bestechende Form. In der Defensive liess man erneut sehr wenig zu, wobei auch Torhüter Müller seinen Spass an der vermeintlichen Underdog-Rolle hatte und den ein oder anderen sicher geglaubten Schuss fischte. Falls dann doch wieder einmal ein Versuch der Zürcher im Netz landete, reagierten die Vorderleute im direkten Anschluss phänomenal und zermürbten den Gegner allmählich. So stand es zur Mitte der zweiten Hälfte 9:3 und Mönchaltdorf griff zu ihrer letzten Waffe, um doch noch irgendwie ihre Ehre zu retten, indem sie den Torhüter durch einen vierten Feldspieler ersetzten. Dieser Schuss ging erst mal nach hinten los, beziehungsweise der Schuss von Felder landete im verwaisten Tor (10:3), was die Stimmung auf der Heimbank nicht wirklich verbesserte. Mit fast zehn Minuten Unterzahl wurden die Liechtensteiner Beine dann aber doch immer müder und die Zürcher trafen bis zum Ende noch ganze sieben Mal in das Schaaner Tor. Energie hin oder her, schlussendlich waren die Gelb-Blauen vor allem im Kopf die stärkste Mannschaft an diesem Tag und gaben die Führung nicht mehr her. Zimmermann hatte wohl aufgrund seiner Strafen noch am meisten Reserven und konnte mit einem weiteren «empty netter», sowie je ein Assist auf Neff und Felder einen wesentlichen Teil zum zweiten Sieg an diesem Tag beitragen. Der Jubel war gross und Coach First Lady Heidi strahlte mehr, als wenn sie selbst Tore schiesst und machte der Sonne vor der Halle mächtig Konkurrenz.


Tore UHCS: 1:0 Felder, 2:0 Felder (Lüthi), 3:0 Felder (Zimmermann), 4:1 Zimmermann, 5:1 Neff (Felder), 6:2 Neff (Lüthi), 7:2 Neff (Hartmann), 8:2 Neff (Felder), 9:3 Zimmermann (Hartmann), 10:3 Felder, 11:5 Zimmermann, 12:5 Neff (Zimmermann), 13:7 Felder (Zimmermann)


Da war er also, der perfekte Sonntag. Und auch die fehlende Konstanz in der vorherigen Runde war an diesem Tag so vorhanden wie noch nie. Eine alte Weisheit besagt, dass Spiele zu 50% im Kopf gewonnen werden. Wenn man das «i bi no nia so wenig glofa in zwo Spel» im Anschluss unter der Dusche hört, muss das wohl so stimmen.

Durch die vier Punkte schiebt sich der UHCS auf den zweiten Tabellenrang und ist nun heiss auf die Heimrunde.


Kader: Müller P.; Hartmann, Lüthi; Felder, Neff, Zimmermann; First Lady Heidi (Coach)


Nächste Spiele:

27.11.2022 – Sporthalle Resch, Schaan - HEIMRUNDE

13:35 UHCS vs. Black Barons Wil

16:20 UHCS vs. UHC W.S. Sulgen




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