Nationalmannschaft: WM-Quali-Tagebuch 8
7. Februar 2026 (Slowakei - Trenčín)
Die Dänen sind keine Schweden ...
… trotzdem war mit denen nicht zu spassen. Und auch in der Trenčíner Sportwelt ist der Spassfaktor derzeit klein.
Es hätte einen sehr guten Tag von uns gebraucht und einen schlechten der Dänen – dann hätten wir weiter von der WM-Quali träumen dürfen. Remo the topscorer liess uns auch gut eine Minute träumen. Doch die Dänen hatten eben keinen schlechten Tag, auch wenn sie zeitweise fast Löcher in die Hallenwand schossen. Frei nach Franz Beckenbauer war deutlich zu sehen, dass die Dänen keine Schweden sind. Nach dem Ausgleich wurden sie schon etwas nervös. Oder wie es einer der Routiniers treffend sagte: «Zumindest haben wir sie hässig gemacht. Das war das Ziel.»
40 Minuten hielt Goalie Lukas wieder mal alles, was zu halten war. Sogar einen Penalty, eigentlich gar nicht seine Stärke. Davon gibt es auch ein schönes Filmli auf dem Instagram-Kanal der IFF, versehen mit den Worten «Zorro save», welches schon recht oft angeklickt wurde. Zu sehen ist dabei auch, dass sich unser Luki einfach auf den Rücken legt, als Dänemarks Jesper Schmidt anläuft. Ob Luki da wohl an das wohlige Bett im «Magnus» dachte? Oder war er noch müde nach den langen Theoriesitzungen von Coach Kipfi? Jedenfalls, Lukis Kommentar zum Penalty: «Ich hab gar nicht gesehen, dass er zum Zorro-Move angesetzt hat.»
Und noch jedenfallsiger: Am Ende wurde unsere Nummer 99 erneut zum besten Spieler gewählt. Und durfte natürlich wieder zum Interview bei den Girls vom Social-Media-Team der IFF. Wie gestern schon erwähnt, eine seiner «Lieblingsbeschäftigungen». Aber jetzt mal kurz seriös: Seine Antworten auf Englisch waren besser als 90 Prozent von Interviews anderer Sportarten – zum Beispiel jener, bei welcher ein Ball mit dem Fuss gespielt wird – auf Deutsch. Und wer bis zum Schluss zuschaut, der hört auch noch ein wenig Deutsch. «Bärn isch ume», nuschelte Lukas Good aus Plons bei Mels zum Abschied. Eine geheime Botschaft? Eine Wette? Nichts da. Unser Neuzugang Nico Späni, ein Bärner Giel mit Wurzeln in Triesen, bat Luki dies zu sagen. Einfach, weil «Bärn isch ume». Auch in Trenčín.
Einer der Routiniers erlebte das Ende der Partie auf der Bank. Respektive auf dem Hallenboden neben der Bank. Bei unserem Wugge, dem wohl fittesten 40-jährigen Doktor der Welt, hatte im Sprint mit einem halb so alten Dänen der Muskel zugemacht, wie es schön heisst. Das war’s dann wohl für unsere griechische Allzweck-Waffe bei diesem Turnier. Für seinen heroischen Einsatz wurde er mit dem Ritterhelm als teaminterner bester Spieler ausgezeichnet. Wie sagte es sein Helm-Vorgänger Mario so treffend: «Ich hab gesehen, wie es bei ihm einen Zwick im Oberschenkel gab – und trotzdem machte Wugge seinen Einsatz noch fertig.» Genau so war es.
Zum Fussball zog es Wugge am Nachmittag trotzdem, wie vier weitere Teammitglieder, darunter auch Häsi, der im Stadion auch etwas Familienzeit geniessen konnte. Vater, Mutter, Schwester, Schwager und das Gottemeitli warteten schon. Der AS Trenčín lud zum ersten Rückrundenspiel und wir wollten die Arena auch mal von innen sehen. Diese war echt ein Bijou, aber leider auch das einzige Highlight dieses Fussball-Nachmittags.
Die Gastgeber überwinterten auf dem vorletzten Platz der Niké-Liga und hatten im Winter einige neue Spieler verpflichtet. Mit Ricardo Moniz steht auch seit letztem Winter ein Mann an der Linie, den man in der Schweiz von seiner Zeit beim FCZ bestens kennt. Stichwort: Regenschirm. In der Startaufstellung standen dann neun Söldner aus aller Welt (u.a. aus Serbien, Kroatien, Estland, Togo, Senegal und sogar den Kapverdischen Inseln), während beim Gegner mit dem leicht zu merkenden Namen FK Zeleziarne Podbrezová zehn Slowaken beim Anpfiff auf dem Feld standen.
Die zusammengewürfelte Trenčíner Equipe bemühte sich auch redlich, doch sobald sie in Strafraumnähe kam, war Ende Gelände. Die Gäste waren da zielstrebiger: Aus fünf Abschlüssen schossen sie vier Tore in der ersten Halbzeit. Bei diesem 0:4 blieb es dann auch. In den Social-Media-Kommentarspalten ging es anschliessend hoch zu und her. «Danke Ricardo und Tschüss», war noch einer der netteren Kommentare. Wir sind mal gespannt, wie lange Herr Moniz noch in Trencin bleiben darf.
Ja, die Sportfans leiden derzeit in Trenčín. Denn auch im Eishockey, dem Nationalsport in der Slowakei, läuft es bei Dukla Trenčín gar nicht. Diese Woche wurde bereits zum zweiten Mal in dieser Saison der Trainer gewechselt. Half beim Heimspiel am Samstag gegen Nitra auch nix – 2:3 ging dieses verloren. Auf einen Stadionbesuch verzichteten wir, da es programmmässig nicht aufging. Vom Treiben rundherum bekamen wir aber mehr als genug mit – die Halle ist gleich über der Strasse und nach Spielschluss war denn auch gehörig was los. War beim Fussball praktisch keine Polizei zu sehen, standen beim Eishockeyspiel dann einige gut ausgerüstete Einsatzkräfte bereit. Den Kaffee genossen sie bei einem Päuseli dann in «unserem» Cafi in der Mall. Auch wegen der charmanten Bedienung?
Zum Abschluss nochmals zurück zu unserer Kernkompetenz. Ja, Unihockey ist gemeint. Aufmerksame Leser dürften sich gewundert haben, warum die Dänen überhaupt antraten, hatten wir doch am Freitagabend das Spiel bereits «gekauft» (siehe gestriges Tagebuch). Der dänische Fan entpuppte sich dann als Verbandspressechef und gab uns die zehn Euro mit den Worten, «sorry, aber das Team fand den Betrag zu tief» zurück. Geldgieriges Pack…
Gierig waren heute auch die Schweden, welchen unseren isländischen Freunden 46 Tore einschenkten. Der Grossteil des Teams Liechtenstein litt dabei im Konferenzsaal mit. Und ja, wir geben es zu: Es erklang dezenter Jubel, als die Schweden das 45. Tor schossen. So stehen zumindest nicht mehr wir in Schwedens Chronik bei «höchstem Sieg». Aber leid taten uns die Isländer trotzdem und dass solche Steinzeitresultate dem Sport nicht förderlich sind, ist uns auch vollauf bewusst. Darum wurde ja auch der Qualimodus geändert. Dazu aber zu einem anderen Zeitpunkt mehr, unsere Gedanken sind ganz auf das «Bruderduell» gegen Österreich am Sonntag gerichtet. Und vor allem sind wir froh, dass wir nicht beim ersten Spiel des Tages um 9 Uhr antreten müssen. Nun klingeln die Wecker doch nicht um 6 Uhr in der Nacht…
(Bild IFF)

