Nationalmannschaft: WM-Quali-Vorschau
4. Februar 2026 (Liechtenstein - Schaan)
Unihockeyaner hoffen auf einen Exploit
Liechtensteins Unihockey-Nati tritt ab Donnerstag beim WM-Qualifikationsturnier in Trenčín an und trifft dort erstmals auf Schweden.
von Reto Voneschen
Seit 2010 werden im Uni ho ckey Qualifikationsturniere für die alle zwei Jahre stattfindenden Weltmeisterschaften ausgetragen. Mit einer Ausnahme nahm die Nationalmannschaft Liechtensteins jeweils an einem solchen Turnier teil. In diesem Jahr gab es eine Premiere: Zum Turnier in der Slowakei reisten die Liechtensteiner mit dem Zug an. Das war zwar etwas zeitaufwendiger als per Flugzeug – rund neun Stunden dauerte die Anreise nach einer Zugverspätung in Österreich –, «aber ist umweltfreundlicher und hat Spass gemacht», so Team-Manager Franz Maurer, der ergänzt: «Wenn man mit einer ganzen Mannschaft reist, geht auch die Zeit erstaunlich rasch vorbei.» Zwei Nächte blieb das Team Liechtenstein in der Hauptstadt Bratislava, am Montag ging es zum Spielort Trenčín nahe der tschechischen Grenze.
Dort tragen die Liechtensteiner ab Donnerstag vier Partien aus, drei in der Gruppenphase und am Sonntag ein Platzierungsspiel. Das erste dieser Zu sammentreffen ist ein klassisches Duell David gegen Goliath: Liechtenstein, die Weltranglistennummer 30 von 49, tritt gegen Schweden an, das Mutterland des Unihockeys. Bei allen 15 bisherigen Weltmeisterschaften standen die Schweden im Final und gewannen dabei zehnmal den Titel.
Die schwedische Superliga gilt auch als «NHL des Unihockeys», sprich: die weltbesten Akteure spielen dort. Ein Duell Profis gegen Amateure – Liechtensteins Nationalspieler sind alle in unteren Ligen in der Schweiz am Werk.
Die Premiere gegen Dänemark
Das Hauptaugenmerk von Liechtensteins Auswahl liegt auf dem zweiten Gruppenspiel am Freitag gegen Island, denn bei dem letzten Qualifikationsturnier vor zwei Jahren in Liepaja (Lettland) verlor Liechtenstein gegen dieses Team hauchdünn mit 6:7. Nun wird auf eine Revanche gehofft. «Beim letzten Spiel hatten wir etwas Pech», sagt Team-Manager Franz Maurer, «ich hoffe, diesmal haben wir das nötige ‹Schlachtenglück›». Etwas Kopf zerbrechen bereitet Liechtensteins Verantwortlichen jedoch die aktuelle Formkurve von Islands Starspieler Andreas Stefansson. Der Captain des schwedischen Traditionsklubs AIK Solna zeigte bislang eine überragende Saison – in 18 Partien erzielte er 36 Tore.
Am dritten Tag wartet mit Dänemarks Auswahl eine unbekannte Grösse auf Liechtensteins Equipe. Noch nie haben die beiden Nationen gegeneinander gespielt. Bei der letzten WM im Dezember 2024 wurden die Dänen Zehnte, seither hat diese Mannschaft keine offizielle Partie mehr ausgetragen.
Am letzten Turniertag steht für Liechtenstein noch ein Platzierungsspiel an, gegen einen Kontrahenten der zweiten Qualifikationsgruppe, die ebenfalls in Trencin spielt. Die beiden Gruppenersten qualifizieren sich direkt für die WM-Endrunde im Dezember im finnischen Tampere, die beiden Gruppenzweiten stehen im Stechen um den dritten WM-Platz.
Der Teamgeist gilt als Geheimwaffe
«Eine WM-Teilnahme wäre ein Wunder», zeigt sich Liechtensteins Delegationsleiter Maurer realistisch. «Wir wollen uns von unserer besten Seite zeigen», so Maurer, «vielleicht gelingt uns wieder ein Exploit.» So wie 2022, als Liechtensteins Auswahl gegen Belgien gewann und zuvor nur knapp gegen Polen verloren hatte.
Nationaltrainer Marco Kipfer kann auf eine sehr erfahrene Equipe zählen. Der Kern der Nationalauswahl hat drei bis vier Qualifikationsturniere bestritten. Mit regelmässigen Zusammenzügen in Vaduz bereitete Kipfer sein Team auf die Quali vor. Erfreulich auch, dass sich einerseits Routiniers wie Philipp Wuggenig, Matthias Inhelder oder Pascal Müller nochmals zur Verfügung stellen, andererseits auch junge Kräfte wie Jan Schwenninger, Ramon Büchner oder Nico Späni nachrücken. Dazu kommt, dass Liechtenstein diesmal alle 20 möglichen Kaderplätze für die WM-Quali belegen und den Staff erweitern konnte. «Das ist nicht selbstverständlich», sagt Maurer, «der zeitliche und finanzielle Aufwand ist für jeden Beteiligten gross.» Obwohl kürzlich ein Sponsor gefunden werden konnte, tragen die Nationalmannschaftsmitglieder weiterhin den Grossteil der Kosten. «Der Spirit, der während der WM-Qualiphase in der Mannschaft entsteht, ist aber einfach unbezahlbar», schwärmt Team-Manager Maurer. Hoffentlich wird dies auch sportlich belohnt.
Spieldaten:
Donnerstag, 5. Februar: Liechtenstein – Schweden (16 Uhr MEZ)
Freitag, 6. Februar: Island – Liechtenstein (10 Uhr MEZ)
Samstag, 7. Februar: Dänemark – Liechtenstein (10 Uhr MEZ)
Sonntag, 8. Februar: Platzierungsspiel (Gegner und Zeit offen)
Austragungsort:
City Sports Hall in Trenčín (Slowakei)
WM-Qualifikations-Kader:
Tor:
Pascal Müller (UHC Schaan), Lukas Good (UHC Sarganserland)
Verteidiger:
Hannes Bicker (UHC Rangers Grabs-Werdenberg), Sven Schneider (UHC Lokomotive Stäfa) , Fabian Kramer (UHC Rangers Grabs-Werdenberg), Lino Heeb (UHC Rangers Grabs-Werdenberg), Philipp Wuggenig (UHC Schaan), Matthias Inhelder ((UHC Rangers Grabs-Werdenberg)
Stürmer:
Till Kreis (UHC Herisau), Fabian Beck (UHC Zugerland), Corsin Derungs (UHU Bern), Fabian Hasler (UHC Rangers Grabs-Werdenberg), Mario Neff (UHC Schaan), Simon Felder (UHC Schaan), Dominik Hartmann (UHC Schaan), Ramon Büchner (UHC Schaan), Andreas Tischhauser (UHC Rangers Grabs-Werdenberg), Nico Späni (Bern Capitals), Jan Schwenninger (UHU St. Gallen), Remo Tischhauser (UHC Rangers Grabs-Werdenberg)
Staff:
Marco Kipfer (Head Coach), Remo Frei (Coach), Robin Baracchi (Assistenz-Coach), Franz Maurer (Team Manager), Marcel Brügger (Physio), Fabio Seitz (Physio)
