top of page
Nationalmannschaft: WM-Quali-Tagebuch 5

4. Februar 2026 (Slowakei - Trenčín)

 

Es gilt langsam ernst

Halbzeit bei der «Mission Trenčín 2026» von Team Liechtenstein. Heute konnte schon mal die Turnierhalle beschnuppert werden.

 

Ein alter Bekannter sorgte vor dem Frühstück schon für ein Highlight des Tages. Der legendäre Oli Schlumpf meldete sich mit einem Video beim Team – und vor allem bei Lino Heeb. Dieser hat von Schlumpf das Dress mit der Rückennummer 73 geerbt, respektive muss sich das noch verdienen. «Tore statt Strafen», forderte Oli von Big Lino, «für jede Zwei-Minuten-Strafe musst du am Abschlussabend eine Runde zahlen», lautete seine Message. Bleich und bleicher wurde PH-Student Heeb. «Hoffentlich wird das nicht zu teuer», bangte der junge Mann. Gerüchten zufolge sollen die Schiedsrichter aber zum Schlussabend eingeladen werden, wenn sie eine Strafe gegen die 73 pfeifen…

Am Morgen stand auch das erste (und einzige) Training in der Spielhalle an. Ein Gerflor-Hallenboden wurde zwar nicht verlegt, der aktuelle Boden ähnelt aber sehr dem ansonsten üblichen Spezialgeläuf. Vor allem ist der jetzige Boden noch sehr neu und die Markierungen für Hand-, Volley- und Basketball konnten manuell entfernt werden. Welch schlaue Idee! Auch ansonsten macht die Halle einen tiptopen Eindruck. Nicht zu gross, nicht zu klein und alles recht modern. Nur die Kabinen versprühen den berüchtigten Charme von kommunistischen Bauwerken. Zum Glück erhält jedes Team zwei der kleinen Garderoben. Kommentar des Abwarts: «Scheisse».

Am Nachmittag trainierte auch die schwedische Equipe am gleichen Ort. Allerdings nicht die gleiche Sportart. Fussball stand bei den Elchen auf dem Programm – gezwungenermassen. Es würden die Stöcke fehlen, schrieb der internationale Verband IFF als Erklärung auf Instagram. Am Abend erfuhr Capitano Felder von Schwedens Spielführer Albin Sjögren, dass der Grossteil des Teams – nach einer Zugsverspätung beim Flughafen in Kopenhagen im Laufschritt zum Gate eilend – nur noch das Nötigste vom Gepäckband nehmen konnte. Das meiste Material, darunter auch die Stöcke, blieb aber in Kopenhagen. Wir sind gespannt, ob wir morgen den Schweden unsere «Chnebel» ausleihen müssen. «Ansonsten würde ich eine Fussballpartie vorziehen», meinte Coach Kipfi.

Übrigens: Der letzte Liechtensteiner, der einem gegnerischen Spieler einen Stock schenkte, war Daniel Preite. Nach seinem letzten Länderspiel anno 2010 im spanischen Vor-Frühling von El Escorial gab der ehemalige Präsident des UHC Schaan seinen Stock einem georgischen Akteur. Nur sechs georgische Feldspieler und ein Torhüter erhielten damals ein Visum für Espagna – und bloss fünf Stöcke besass das Team. Preite übergab seinen Stock allerdings erst NACH unserem grandiosen 5:1-Sieg im Platzierungsspiel gegen die todmüden Georgier.

Das Spiel gegen die Schweden liegt allen ein bisschen auf dem Magen. Gegen den Rekord-Weltmeister mussten wir noch nie antreten. Mehr David und Goliath geht gar nicht – es wäre ungefähr so, wie wenn der FC Schaan gegen Real Madrid spielen müsste. Und danach noch gegen Balzers und den FC Vaduz. Hohe Niederlagen mussten bei den beiden Quali-Turnieren im bestens bekannten Liepaja auch die Belgier (3:29 gegen Tschechien) und Holländer (1:27 gegen die Schweiz) hinnehmen. Fun facts: Die Belgier gingen in der zweiten Minute in Führung, während die Niederländer in der vierten zum 1:1 ausglichen. Die «stop the count»-Rufe wurden aber nicht erhört.

Kaiser Franz, Coach Kipfi und Capitano Felder durften sich am Abend beim Technical Meeting ein Bild von der Organisation machen. Das Kopfschütteln bei der Rückkehr sagte alles. Kleines Beispiel: Auf die Frage, wo die überzähligen Staff-Mitglieder (nur fünf dürfen auf die Bank) hinmüssten, kam die Antwort: «Yes». Motiviert war dagegen ein IFF-Mitarbeiter. Nach unserem Training zupfte er Kultgoalie Päsci und Youngster Jan für ein Interview raus. Zu sehen wird das Interview von «father and son» (Zitat Päsci) wohl im Verlaufe des Donnerstags sein. Wir verraten nur so viel: Am Schluss wurde gespachtelt.

Ein Teil des Teams gönnte sich derweil am Abend den Cup-Viertelfinal zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Basel auf Grossleinwand im Speisesaal. Nicht grad sehr zur Freude des Hotelpersonals, das uns dafür mit überlauter Musik im Gang beschallte. War aber grad der FCSG-Anhängerschaft egal. Die von GC-Fan Tyson prognostizierte 1:2-Niederlage in der 88. Minute trat nicht ein, obwohl die Basler tatsächlich in dieser Minute mit einem Konter nach einem Eckball zu einer gefährlichen Torchance kamen. Tysons Glaskugel muss aber etwas verdreckt gewesen sein – Cupgoalie Watkowiak rettete und in der 93. Minute schoss St. Gallen tatsächlich noch das entscheidende Tor. Und, um allen Gerüchten vorzubeugen: Nein, wir waren nicht für Basel, auch wenn der Trainer dort Lichtsteiner heisst.

Zurück zur Newsübersicht

Foto_Tagebuch_5.jpg

© 2024 by UHC Schaan

bottom of page