Nationalmannschaft: WFCQ EUR 2 - Spieltag 3

27. Mai 2022 (Lettland - Koceni)

"Die Erlösung nach zwölf Jahren" 

Mit 4:2 hat Liechtensteins Unihockey-Nationalmanschaft das dritte WM-Qualifikationsspiel gegen Belgien gewonnen. Ein historischer Sieg.

 

Nur wenige Zuschauer waren beim Morgenspiel zwischen Liechtenstein und Belgien in der kleinen Sporthalle im lettischen Koceni anwesend. Und die meisten dürften sich nach Spielende auch gefragt haben: «Warum zum Teufel jubeln die Gelben, als wären sie gerade Weltmeister geworden?» Und auch wenn es «nur» noch um den dritten Gruppenrang ging: Der 4:2-Sieg Liechtensteins war eine Erlösung. Vor zwölf Jahren (5:1 gegen Georgien) gewann die Auswahl Liechtensteins letztmals auf internationalem Parkett. Es folgten 25 Niederlagen – mal höher, eher selten weniger hoch. Nur drei, die heute auch noch dabei waren, erlebten den Sieg gegen Georgien: Verbandspräsident Andreas Good, Captain Thomas Inhelder und Team-Manager Reto Voneschen.
 

Und nun das: Mit einem bombastischen Schlussdrittel schossen sich Liechtensteins Unihockeyaner den Frust aus zwölf sieglosen Jahren vom Leib. 2:0 führte Belgien nach zwei Dritteln nicht unverdient, da es mehr vom Spiel hatte und seine Chancen besser nutzte. Mario Neffs Anschlusstreffer (33.) setzte aber neue Kräfte frei bei den «Fürstensöhnen». Zwei Minuten später glich Remo Tischhauser aus und die belgischen Coaches versuchten, mit einem Time-out den Schwung Liechtensteins zu stoppen.

Es gelang nicht. Nachdem der erneut starke Torhüter Lukas Good in der 42. Minute einen belgischen Angriff stoppte, lancierte er sofort mit einem Auswurf Stürmer Neff, der direkt zu Linienkollege Simon Felder passte, welcher mit einer herrlichen Volleyabnahme aus weiter Distanz zum 3:2 traf. Und nur eine Minute später war nach Lino Heebs erstem Nationalmannschaftstreffer klar, dass der Sieger Liechtenstein heissen musste.
 

Hart erkämpfter Sieg
 

Der Sieg hatte sich nach den beiden letzten Partien ein wenig angekündigt, «es brauchte aber eine ganz starke Teamleistung, damit wir das geschafft haben», so Captain Inhelder. Denn geschenkt wurde den Liechtensteinern gar nichts. Im Mitteldrittel schockte der Ausfall von Robin Baracchi – bei einem Zweikampf verdrehte sich der Verteidiger übel den Fuss – die Mannschaft von Marco Kipfer sichtlich. Zwischenzeitlich musste sie auch nach Strafen zweimal in Unterzahl und nach Baracchis Ausfall in neuen Zusammensetzungen agieren.

Für die Teilnahme zur Weltmeisterschaft im November in Zürich reichte das 4:2 gegen Belgien nicht, dafür darf Liechtensteins Auswahl nun am Samstag noch im letzten Turnierspiel um den 5. Rang spielen. Gegner wird morgens um 9 Uhr Ungarn sein. «Ein ‘Dessert’, dass ihr euch verdient habt», gab Coach Kipfer seinen Schützlingen auf den Weg. (rvo)


 

Liechtenstein – Belgien 4:2 (0:0, 0:2, 4:0).
 

Koceni. – 40 Zuschauer. – SR Fässler/Schläpfer (SUI).
 

Tore: 24. Ghilain (Franceus) 0:1. 30. De Saedeleer (Boutmans) 0 :2. 33. Neff (Felder) 1:2. 34. R. Tischhauser 2:2. 42. Felder (Neff) 3:2. 43. Heeb (R. Tischhauser) 4:2.

Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Liechtenstein, 1-mal 2 Minuten gegen Belgien.

Liechtenstein: L. Good (P. Müller); Baracchi, Inhelder; Kramer, Wuggenig; K. Müller, A. Good; Neff, Derungs, Felder; R. Tischhauser, A. Tischhauser, Züger; Heeb, Hasler, Beck.
 

Bemerkungen: 24. Baracchi verletzt ausgeschieden, 34. Time-out Belgien.

 

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