Mit der Wut und Nüssen im Bauch
(1. Meisterschaftsrunde Herren)

Wie lange haben wir auf diesen Tag gewartet. Endlich wieder Meisterschaftsbetrieb. Am Treffpunkt an der heimischen Arena kam aber das Gefühl auf, dass manche genau diesen Tag eher vergessen haben. Chnäuler Müller mit seiner obligaten 5-Minuten-Verspätung machte wohl noch niemanden so nervös, Kapitän Felder hatte mit seinem Auftritt im Nürnberger-Rostbratwurst-Mobil dann die Blicke aber auf sicher. Ob die Sonnenbrille nun besonders cool wirken, oder doch eher die vom Vorabend geplagten Blinker verstecken sollten, wollen wir an dieser Stelle nicht näher bewerten.

Egal, rein in die Kutschen und ab ins Land der Apfelbäume. Grüsse gehen raus an den Wahnsinnigen im Gegenverkehr, der die Reaktion von Fahrer Neff erstmals auf Probe stellte. Noch unter Schock wurde dann die Halle im tiefen Thurgau inspiziert und naja, Freudensprünge machte niemand. Aber gespielt werden musste trotzdem.  

 

UHC Schaan – SV Rehetobel Unihockey 3:6 (1:2 / 2:4)

Die Jungs aus dem Appenzell kennt man bereits aus früheren Spielzeiten bestens. Liegt vermutlich daran, dass sich deren Kader in keiner Weise verändert hat. Zudem haben wir bei der Anreise gelernt, dass Rehetobel in Ausserrhoden liegt und die deshalb gar keine richtigen Appenzeller sind. Aber das ist eine andere Geschichte.

Der erste Gegentreffer der jungen Saison war nach drei Minuten trotzdem Tatsache. Immerhin konnte Neff (ursprünglich ein richtiger Appenzeller) zwei Minuten später wieder ausgleichen. Eine Weile später fing man sich das nächste Tor, da man in Unterzahl agieren musste, was leider noch nicht so ganz ins Schaaner Konzept passte. Darum war man froh, konnte man sich in der Pause die Füsse vertreten, denn passiert war in dieser ersten Hälfte wirklich sehr, sehr wenig.

Nach Isostar, Bananen und Tigerbalsam wollte man das ändern. Allen voran unser Kater-Kapitän, 24. Minute, Ausgleich. Doch dann spielte irgendwie nur noch Rehetobel und konnte drei Mal hintereinander einnetzen. Die Liechtensteiner trafen aus unerklärlichen Gründen (wirklich?) schlichtweg das Tor nicht mehr. Mehrere Hundertprozentige wurden liegen gelassen. Und so musste man sich nicht wundern, wenn man 3:6 verliert und die grösste Unsicherheit darin liegt, ob man jetzt einen Handshake macht, abklatscht oder einfach ein «gratuliere» auf die andere Seite murmelt.

 

Tore UHC Schaan: 1:1 Neff (Müller K.), 2:2 Felder, 3:5 Neff (Hartmann D.)

 

 

UHC Schaan – Blau-Gelb Cazis II 9:3 (6:2 / 3:1)

2. Spiel – 2. Chance. Genau deshalb (und nur deshalb) lieben wir diesen Modus. Der Kater liess langsam nach, der Anfahrts-Schock war verdaut, aber der Hunger umso grösser. Gegen Cazis gab es letzte Saison ein enges 6:6, somit war man zumindest mal gewarnt. Brachte wenig, nach vier Minuten stand es schon wieder 0:1. Aber unsere treuen Fans wissen, dass genau die frühen Gegentreffer zum Schaaner Spiel gehören. Darum dauerte es auch nur 45 Sekunden, bis Fabian Häsi Hasler die Bündner Führung wieder kaputt machte.

Langsam begriff auch der Rest des Teams, dass es heute um Punkte geht und der gelb-blaue Dampfer nahm Fahrt auf: Zimmermann mit schöner Einzelleistung und Neff im Powerplay sorgten für das erste Polster, welches manche auch neben dem Spielfeld mit sich herumtragen. Bei Neuzugang und Jungspund Heeb ist man sich noch nicht sicher, ob sich sein Körper immer noch im Wachstum befindet, er einfach oft Hunger hat, oder ob er in der Massephase is(s)t. Auf jeden Fall winkt er Teamkollegen auf Feld, weil er gerade den Mund voll hat. Ja richtig gelesen, schliesslich darf der Zvieri auf der Bank nicht zu kurz kommen. Da er irgendwann auch wieder mal mit Unihockey an der Reihe war, blieb ihm nichts anderes übrig, als mampfend aufs Feld zu sprinten und Zimmermann bei dessen zweiten Tor zu assistieren. Immer noch wiederkäuend abklatschend wieder vom Feld gab es erstmal verbale Prügel. Im Nachgang an die Partie stellte sich heraus, dass sein Kreislauf verrücktspielte und Nüsse dabei helfen sollten, diesen wieder auf Vordermann zu bringen. Naja, das gibt eine Überarbeitung des Strafenkatalogs, versprochen.

Der Rest der Partie ist schnell erzählt: Noch drei Mal Neff, einmal Häsi, Hartmann und Cazis. Der aufmerksame Leser findet heraus: 9:3 gewonnen (Lösung steht in der Überschrift). Ab unter die Regendusche und durch die Apfelplantagen zurück ins Ländle gedüst. Dort noch die Damen zum Cuperfolg gejubelt und nach Hause – endlich mal was richtiges essen.

 

 

 

Tore UHC Schaan: 1:1 Hasler (Felder), 2:1 Zimmermann, 3:1 Neff (Hartmann D.), 4:1 Zimmermann (Heeb), 5:1 Neff (Hartmann D.), 6:2 Hartmann D. (Neff), 7:3 Hasler (Felder), 8:3 Neff (Hartmann D.), 9:3 Neff (Hartmann D.)

 

Kader: Müller P., Schwenninger; Good, Müller K.; Felder, Hartmann D., Hasler, Heeb, Neff, Zimmermann

 

Nächste Spiele:

Herren KF 3. Liga / Runde 2

Sonntag, 17.10.2021, Sporthalle Büelen Nesslau

09:55 Uhr Buffalo Rheintal – UHC Schaan

13:35 Uhr UHC Schaan – UHC W.S. Sulgen