Erfolg ist kein Glück (7. Meisterschaftsrunde Herren) 

Heimspiel = Ehrenspiel! So stand es im Matchprogramm am vergangenen Sonntag. Ist doch klar, man will die heimischen Fans nicht enttäuschen und dem Gegner zeigen, dass man in der eigenen Halle (in der man zwar nie trainiert) der Boss ist. Für unsere Schweizer Kollegen müssen die Spiele gegen uns, geschweige denn die «Reise» ins Fürstentum, jeweils etwas ganz Besonderes sein: Länderspiel, Auslandsreise, gewünschte Nationalhymnen – was man da nicht alles hört und liest. Vor allem die Freunde aus Jonschwil sind (gemäss Bericht) ganz aufgeregt vor diesen Ländertreffen. Aufgeregt waren an diesem Tag aber noch ganz andere…

 

UHC Schaan – Nesslau Sharks II 10:5 (5:2 / 5:3)

Im ersten Spiel wollte man aber erst einmal den Tabellenführer aus dem Toggenburg ärgern. In der Halle machte das Gerücht die Runde, dass die Sharks noch ein wenig benommen vom Vorabend seien und deshalb leichte Beute sind. Haie sollte man aber nie unterschätzen, darum zog man das übliche Kabinen-Haka ab und startete das Projekt 4 Punkte.

Die ersten Minuten waren dann eher kollektives Aufwärmen auf beiden Seiten, bevor ein paar echte Neuigkeiten passierten: Die Gelb-Blauen gingen tatsächlich mal mit 2:0 in Front. In einem Spiel als Erster jubeln? Ungewohnt. Zudem war es an diesem Tag mit Good der Routinier/Verteidiger-Koryphäe/el Presidente, welcher erst Häsi bediente und dann selbst traf. In was für Zeiten leben wir? Egal was er an diesem Tag gegessen hat, ab sofort bitte immer so! Davon werden wir unseren Enkeln noch erzählen.

Irgendwann kamen dann auch die Haie aus dem Versteck und meldeten sich mit dem 2:1 im Spiel an. Felder hatte etwas gegen den Ein-Tore-Abstand und legte nach. Mit den fliegenden Wechseln hatten wir es noch nie so, was vielleicht an der (Über-)Motivation von manchen liegen mag? Der Herr im geschmeidigen Südpazifik-Blau hatte aber ganz genau hingeschaut und sah eine Zehenspitze, die zu früh den Boden berührte. Boxplay funktionierte noch nicht ganz so wie gewollt - 3:2. Kurz vor der Pause erinnerte man sich noch einmal an das schöne Gefühl des anfänglichen Polsters. Die Herren Neff und Hasler brachten dieses dann zurück, was den Pausentee gleich besser schmecken liess.

 

Die zweite Halbzeit begann analog der ersten, nämlich mit dem Anpfiff und ein wenig Ballgeschiebe. Bis Neff und Felder – auch Duo Infernale genannt - auf den Plan trat. Doppelschlag innert wenigen Minuten, ehe noch einmal Neff – diesmal half Defensivjüngling Kilian mit – den Sieg mit dem 8:2 besiegelte. In der Folge machte sich wieder einmal der Mann in seinem Steh-Quadrat bemerkbar: Strafe für Bodenspiel seitens Schaan. Leichte Verwirrung machte sich breit, ist man sich doch maximal eine Strafe über den gesamten Tag gewöhnt. Nun gut, Zeit das Boxplay endlich zu forcieren. Nesslau machte sich dann ebenfalls bemerkbar, indem sie ihren Torhüter durch einen vierten Feldspieler ersetzten. Felder wars egal, Shorthander zum 9:2. Die Strafe lief dadurch natürlich weiter, das Projekt Torhüter-raus wurde von den Sharks aber wieder abgebrochen. Kilian wars egal, das Stängeli musste her und tatsächlich, der nächste Treffer in Unterzahl. In der Folge stellte man den Betrieb komplett ein, was Nesslau noch zu drei Toren nutzte und Müller im Tor auf die Palme brachte. Den Vorderleuten war auch das egal, denn ob 10:2 oder 10:5 spielt doch keine Rolle. Torhüter sind halt anders..

 

Tore UHC Schaan: 1:0 Hasler (Good), 2:0 Good (Hartmann), 3:1 Felder, 4:2 Neff (Hartmann), 5:2 Hasler, 6:2 Neff (Felder), 7:2 Neff (Felder), 8:2 Neff (Müller K.), 9:2 Felder, 10:2 Müller K. (Hartmann)

 

 

UHC Schaan – UHC Jonschwil Vipers 7:6 (3:4 / 4:3)

Auch gegen Jonschwil wollte man sich ein gemütliches Polster erarbeiten. Aber eben, die komfortable Führung im ersten Spiel sollte wohl ein Unikat bleiben. Der aufmerksame Leser ahnt was folgt. Die Vipers fackelten nicht lange und legten in der ersten Minute vor (0:1). Zu unserem Glück sah der Mann an der Seite (und wirklich nur an der Seite) ein Vergehen eines Jonschwilers und schickte diesen auf die Strafbank. Auch das Powerplay schien an diesem Tag zu funktionieren. Neff besorgte auf Pass von Hartmann den Ausgleich. Nur wenige Sekunden später war es Anti-Jubel-Häsi, der seine Farben in Front brachte (2:1). Immerhin hat sein eigener Fanblock für ihn mitgejubelt, danke dafür. Im weiteren Spielverlauf passierte nicht viel, bis die Vipers durch zwei Tore plötzlich wieder in Führung gingen. Das passte unserem Duo Infernale überhaupt nicht, worauf sie mit einem weiteren Treffer zumindest dafür sorgten, dass man in der Pause die Floskel «in der zweiten Halbzeit beginnt das Spiel von 0» glaubhaft rüberbringen konnte.

Auch das schien zu funktionieren, denn die Gelb-Blauen erwischten den deutlich besseren Start. Zweimal Felder, einmal Hartmann und schon hatte man das gewünschte Polster nicht nur unter dem Leibchen, sondern auch auf der Anzeigetafel (6:3). In der Folge überschlugen sich die Ereignisse. Erst wurde ein Penalty für Jonschwil gepfiffen, welcher vom glänzend aufspielenden Schwenninger im Schaaner Tor gehalten wurde. Das schien bei den Vipers eine gewisse Wut im Bauch zu entfachen, den kurz darauf zappelte der Ball trotzdem zwei Mal im Netz hinter dem jungen Keeper (6:5). Dieser wollte sich anschliessend noch einmal sammeln und gönnte sich ein Schluck aus seiner Flasche hinter dem Tor. Das ist deshalb erwähnenswert, weil gleichzeitig der betagte Herr an der Seite (immer noch) das Spiel eiskalt wieder anpfiff. Die Vipers gewannen das Bully, nahmen die Einladung an und trafen ins verwaiste Tor (6:6). Jetzt war endgültig kollektives Ausrasten angesagt. Müller an der Bande konnte nur deshalb (für seine Verhältnisse) ruhig bleiben, da er nicht auf dem Feld stand und bezog das Time-Out. Antworten auf fragwürdige Entscheide liefert man einzig und allein durch Tore. Die Moral noch einmal aus der Tasche geholt und für die letzte Minute All-In gegangen. Jonschwil hatte zwar den Ball, doch dieser wurde nun mit sehr sehr sehr viel Wut im Schaaner Bauch zurückerobert. Torhüter raus und mit vier Männer ab in den Angriff. Ein letzter, halbhoher («abverreckter»?) Ball von Felder vors gegnerische Tor, wo Kili (wer sonst) goldrichtig stand und den Ball gekonnt mit dem Schaft, Knie, oder was auch immer versenkte. Schluss – Aus – Vorbei und grenzenloser Jubel! Mission 4 Punkte erfolgreich erledigt.

 

Was nimmt man aus einem solchen Tag mit?

Wenn man etwas um jeden Preis will, bekommt man es auch.

Das Kilian sich seine Tore jeweils bis zum Schluss aufspart und enorm wichtig sind (Bier und Sieg)

Das die Saison für uns noch nicht vorbei ist (Geheimsprache für: es gibt noch etwas zu holen)

Das Schiedsrichter auch nur Menschen sind

 

Sollte das für unmöglich Geglaubte eintreffen, hören unsere Schweizer Freunde am 27. März in Wil endlich die Liechtensteiner Nationalhymne, versprochen 😉

 

Tore UHC Schaan: 1:1 Neff (Hartmann), 2:1 Hasler (Hartmann), 3:3 Felder (Neff), 4:3 Felder, 5:3 Hartmann, 6:3 Felder, 7:6 Müller K. (Felder)

 

 

Kader: Müller P., Schwenninger; Good, Müller K.; Felder, Hartmann, Hasler, Lüthi, Neff, Zimmermann

 

Nächste Spiele:

Herren KF 3. Liga / Runde 8

Sonntag, 27.03.2022, Kanti Halle Will SG

09:55 Uhr UHC Schaan - UH Red Lions Frauenfeld III

11:45 Uhr UHC Schaan - Black Barons Wil

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