Neue Nationalspieler sind gefragt

1. Juli 2020

Für Liechtensteins Unihockey-Mannschaft drängt die Zeit, weil die nächste WM-Qualifikation näher rückt.

Erst knapp ein halbes Jahr ist es her, seit Liechtensteins Unihockey-Nationalmannschaft um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft antrat. Nach der Coronapandemie gefühlt aber eine Ewigkeit. An Lettlands Westküste musste die kleine Liechtensteiner Truppe damals vier Niederlagen hinnehmen, genauso wie bei den beiden Qualifikationsturnieren in den Jahren davor. Trotzdem war die Steigerung eklatant: Nur im Spiel gegen die Weltklasse-Mannschaft aus Tschechien (Weltnummer 4) blieb Liechtensteins Auswahl chancenlos (0:25). Gegen die Niederlande (4:8), Spanien (2:8) und Frankreich (4:11) spielte sie phasenweise auf Augenhöhe. Gegen Frankreich lag Liechtenstein anfangs gar 2:0 in Führung. Zum Verhängnis wurde der LUHV-Auswahl – wie auch in den Partien zuvor – der kleine Kader. Nur 14 Spieler und zwei Torhüter traten die Reise nach Lettland an. 20 Akteure hätten auf dem Matchblatt Platz.


Cheftrainer Kipfer sagt für eine weitere Kampagne zu
Dass Liechtensteins Mannschaft einen grossen Schritt nach vorne machte, war auch ein Verdienst von Nationaltrainer Marco Kipfer, der die Mannschaft zum dritten Mal begleitete, zum zweiten Mal als Hauptverantwortlicher. «Seine Handschrift wird immer deutlicher sichtbar», freut sich Franz Maurer, der Verantwortliche für die Nationalmannschaft. So war Maurers Interesse an einer Verlängerung der Zusammenarbeit gross. Per Handschlag sagte Cheftrainer Marco Kipfer, zusammen mit Assistent Reto Voneschen, für eine weitere Qualifikationskampagne zu.


Nationalmannschaft steht auf der Kippe
Diese beginnt schon bald, respektive die alte endet. Denn coronabedingt fiel der Abschlusszusammenzug im März aus und wird in den kommenden Tagen nachgeholt. Die Analyse im Team selber war rasch gemacht: Die Mannschaftsgrösse war zu knapp für vier Spiele in vier Tagen. Nichts Neues, aber halt der entscheidende Punkt. Theoretisch ständen rund 30 Akteure auf Maurers Liste. Aus verschiedensten Gründen hagelte es aber Absagen. Kein Wunder: Es gehen allein für die WM-Qualifikation einige Ferientage drauf, zuvor schon diverse Samstage an den Nati-Zusammenzügen. Zudem müssen gegen 1000 Franken aus dem eigenen Sack berappt werden, um dann quasi als Profi eine Woche am Standort der WM-Qualifikation zu leben. Bis Ende Jahr muss sich Franz Maurer entscheiden, ob er ein Team für die nächste WM-Qualifikation Anfang Februar 2022 anmeldet. Klar ist für ihn: «Mit nur zwölf fixen Zusagen bis Ende Jahr, wie beim letzten Mal, wird keine Anmeldung mehr vorgenommen.» Das Projekt Nationalmannschaft steht also auf der Kippe. Denn diverse Spieler der letzten Kam pagne stellten die Bedingung, dass sie nur dabei wären, wenn mehr Spieler kommen. Ein Teufelskreis. «Es ist wie ein Dominospiel», so Maurer: «Sagen Spieler zu, die letztes Mal fehlten, dann kommen auch die Altgedienten wieder mit. Wenn nicht, wird es brenzlig.» Eine Absage jetzt würde wohl auch das vorläufige Ende der Nationalmannschaft bedeuten.

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