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Nationalmannschaft: WM-Quali-Tagebuch 2
27. Januar 2020 (Lettland - Liepaja)

Weiterhin herrscht Ruhe vor dem Sturm. Immerhin ist nun der Steuermann auch hier.

 

Tag 3 im Dschungel äh in Liepaja. Die Tageshöhepunkte sind rasch erzählt: Das erste Training und die Ankunft von Cheftrainer Marco Kipfer. Dieser reiste am Montag nach und fuhr mit der österreichischen Nati von Riga nach Lepaja. An dieser Stelle, ein vergelts Gott unserem Nachbarsland. Trotz der Ankunft von Kipfi ist der Staff immer noch nicht ganz vollzählig. Der verletzte Simon „Felderer“ Felder wird am Mittwoch erwartet. Sehnlichst vor allem von seinem Zimmerkollegen Pascal Müller. Apropos sehnlichst erwartet: Das Gepäck von Assi Reto Voneschen ist nun auch endlich da.

 

Neu im Staff ist Marcel Brügger. Der Physiotherapeut hat in Abwesenheit von Kipfer Schwung ins Team gebracht. Wortwörtlich: Als erstes verhängte er ein Liftverbot fürs ganze Team. Zum Glück wohnen wir nur im vierten Stock. Mal schauen, wer als erstes das Verbot bricht. So ab Donnerstag, Freitag könnten die vier Stockwerke noch zur Herausforderung werden. Ein wichtiger Punkt im Brüggerschen Erfolgsrezept: Viel Schlaf. Heute gabs nach dem Mittagessen und vor der Aqua-Jogging-Stunde im Schwimmbad gleich mal ein befohlenes 90-Minuten-Schlafen. Tut also extrem gut (und nicht nur, weil das ein gewisser Cristiano Ronaldo auch so macht.) Gewisse Teamspieler wollen dies ab nächster Woche auch bei der Arbeit einführen. Gesucht werden tolerante Chefs.

 

Trainiert wurde am Morgen im LOC (Latvian Olympic Comitee)-Center neben der Haupthalle. Eine „nette“ Halle: In der Mitte, fast verschwindend klein, ein Grossfeld, rundherum führt eine Tartanbahn, dazwischen hats noch ein Beachfeld sowie eine Stabhoch- und Weitsprunganlage. Und irgendwo im zweiten Stock müsste wohl noch eine Tennishalle sein. Einfach nur Wow. Selten so was gesehen. Nach uns trainierte die lettische Nationalmannschaft. Besonders das Einschiessen sorgte für Aufsehen. Statt dem – zumindest hierzulande – üblichen „komm-wir-schiessen-mal-locker-ein-paar-Bälle-auf-den-Torhüter“ (auch bekannt als Halbkreis), hiess es bei den Letten: Volle Pulle und gib ihm. Aus allen Rohren wurden die armen Goalies beschossen. Trockener Kommentar von Remo Tischhauser: „Das ist typisch Japi. Bei Sargans hat er dies letzte Saison auch so gemacht. Er sagte, er sei für die Spieler da, nicht für die Torhüter.“ Die Sarganser Goalies Sepp Mattle und Michael Vetsch dürften wohl heute noch Alpträume haben.

 

In Lettland hat einst Valentin Vogt seine Länderspielpremiere erlebt. Sweet Fifteen war Klein-Vali damals vor sechs Jahren. Und unvergessen, wie er nach seinem ersten Einsatz gegen Italien erzählte, dass zuhause in Vadoz seine Schulklasse das Spiel im Livestream verfolgt habe. Mittlerweile ist aus Vali ein Valentin geworden und der Flaum ist buchstäblich ab. Das zeigt sich nicht nur auf dem Feld (wo er mittlerweile beim 1.-Ligisten Zürisee spielt und bei uns wie ein Routinier die zweite Linie anführt) sondern auch daneben. „Hat wer Rasierschaum?“ fragte er kürzlich flott im Teamchat. Frisch rasiert, kam er dann zum Abendessen. Von einem Play-off-Bart hat der gute Mann wohl noch nichts gehört…

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