Donnerstag, 4. Februar 2010 | WM-Quali Tagbuch - Tag 4
Das Liechtensteinische Unihockey Nationalteam nimmt vom 1. bis 7. Februar am WM-Qualifikationsturnier in El Escoribal in Spanien teil. Geführt wird natürlich auch ein Tagebuch.
Bevor das Spiel gegen Spanien angegangen werden konnte, war langes Warten angesagt. Unterschiedlich dabei die Vorgehensweise. Die einen gingen schon etwas früher in die Halle, die anderen versuchten in der Campinganlage die Zeit tot zu schlagen. Grösster Spielverderber dabei: Petrus hatte heute erstmals keine Lust schönes Wetter in El Escorial. So blieb halt mehr Zeit für Schlafen, Pokern und Jassen. Oder gemeinsames Rätsellösen wie beim Sex-IQ Rätsel der Zeitschrift „Neon“. Mittlerweile ist auch bekannt, was „Coreophilie“ ist. Die richtige Antwort ist bitte bei (S)Experte Flo Marxer nachzufragen.
Endlich ist Team Liechtenstein komplett. Verteidiger Thomas „Bender“ Inhelder hat gestern Spätabends nach einigen Umwegen auch den Weg nach El Escorial gefunden. Eine Stunde hatte bereits sein Flug Verspätung, doch trotzdem musste er nochmals 90 Minuten warten, bis Juan, einer der guten spanischen Seelen ihn vom Flughafen abholte. Dieser Juan hätte es aber beinahe vergessen Thomas Inhelder abzuholen, erst nach dem Nachfragen von Verbandspräsident Franz Maurer machte sich der Spanier auf die Socken. Dafür war dieser dann komplett durch den Wind – nochmals 20 Minuten musste er sein Auto am Flughafen suchen…
Endlich angekommen ist auch das Team aus Georgien. Beim Turnierauftakt gegen Slowakien fehlte die georgische Truppe noch, auf das „sie werden morgen kommen“ des internationalen Verbandes IFF wurden bereits Wetten abgeschlossen, dass es nicht stimme. Doch weit gefehlt. Eine Viertelstunde vor Spielbeginn hetzten sechs Feldspieler, ein Torhüter und ein Betreuer in die Arena in El Escorial. Mit Turnschuhen aus den 80er Jahren wehrten sie sich tapfer gegen die Holländer – trotzdem verloren sie 1:9. Eine beachtliche Leistung, hatten doch die sehr jungen Georgier auf ihrer Reise von Tiflis über Prag nach Madrid bis Spielbeginn noch nichts gegessen.
Das Spiel gegen Spanien verlief für die Liechtensteiner sehr unglücklich. Drei vermeidbare Tore besiegelten die bittere Niederlage. „Wir haben uns das Toreschiessen für die Slowenen aufgespart“, ist Mittelfeld-Haudegen Tobi Kieber überzeugt. Eine nette Überraschung gabs nach Spielschluss. Nicht der langsam verhasste Buschauffeur José steuerte Team Liechtenstein nach Hause, sondern ein freundlicher älterer Senor. Die Bitte noch bei einer Tankstelle anzuhalten, um Teigwaren zu kaufen, schlug er nicht aus, zuvor wollte er das Team noch in eine Disco fahren. So parkierte er den grossen Bus zentimetergenau vor dem Supermercado ein und die hungrigen Ländlebuben konnten noch ihre Tanks für das entscheidende Spiel gegen Slowenien füllen.
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