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Mittwoch, 3. Februar 2010 | WM-Quali Tagebuch - Tag 3

Das Liechtensteinische Unihockey Nationalteam nimmt vom 1. bis 7. Februar am WM-Qualifikationsturnier in El Escoribal in Spanien teil. Geführt wird natürlich auch ein Tagebuch.


Im Mittelpunkt des Tages stand natürlich heute die Partie gegen Estland. Ein mulmiges Gefühl in der Magengegend beschlich die ganze Liechtensteiner Equipe. Was würde sie erwarten? Speziell war bereits die Hinreise – beide Teams reisten im gleichen Bus an die Partie. Während Grupo Liechtenstein bereits versammelt auf die Abfahrt wartete, liessen sich die Esten viel Zeit. Auf die Rufe „Todo! Vamos!“ (Alle da, abfahren!) der Liechtensteiner Verantwortlichen, als nur die Hälfte des estnischen Teams im Bus war, reagierte der Buschauffeur leider nicht. Ganz am Schluss stiegen denn auch die beiden Balrog-Stars Henrik und Kristian Talme ein.

Mit einer ultradefensiven Betontaktik versuchten die Liechtensteiner einerseits das Resultat tief zu halten und andererseits Kräfte für die entscheidenden Partien zu sparen. Die Einstellung war zuweilen so defensiv, dass sogar auf ein Überzahlspiel verzichtet wurde. Die Blicke der Esten, als sie in Unterzahl merkten, dass ihr Gegner immer noch in der gleichen Abwehrhaltung verharrt, waren köstlich. Erst bei Balleroberung setzten die Ländlebuben zu einem eigentlichen Powerplay an. Trotzdem ging die Partie ziemlich an die Substanz. Physiotherapeutin Nadja Näscher konnte sich am Abend nicht über mangelnde Arbeit beklagen.

Ihre Nati-Premiere erlebten die Liechtensteiner „Junioren“ Tobias Kieber, Florian Marxer und Beat Ospelt. Das Trio schlug sich aber wacker, steckte viel ein und teilte auch gerne aus. Vor allem die „Cristiano-Ronaldo-Gedächtnisschwalbe“ von Flo Marxer hinter dem estnischen Tor geht wohl in die Annalen des Liechtensteinischen Unihockeys ein. Sekundenlang wälzte er sich „schwerverletzt“ hinter dem Tor, ehe er doch noch zum Backchecking ansetzte. Tobi Kiebers gefürchtete „Hole-In-One“ Schüsse verfehlten nur knapp ihr Ziel. Teamküken Beat Ospelt machte vor allem als Dauerläufer auf sich aufmerksam. Beinahe hätte er noch auf der estnischen Bank gewechselt, als er im Eifer des Gefechts seinem Gegenspieler zu lange folgte…

Die Post ging dann vor allem abends ab. Die Spanier bestritten ihr erstes Spiel an ihrem Heimturnier. Rund 600 Fans bereiteten den Floorballeros einen heissen Empfang – noch gut 50 Minuten vor dem Spiel diskutierten die Spieler mit Fans in der Cafeteria. Beide Teams wollten den Zuschauern auch etwas bieten. In den ersten acht Minuten gabs gleich drei Ausschlüsse. Die Nervosität war vor allem den Spaniern anzumerken, so stands auch „nur“ 2:1 bis zum ersten Drittel. Am Schluss bejubelten sie weltmeisterlich den 4:2 Sieg. Wir warten gespannt, was uns morgen erwartet.

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