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Dienstag, 2. Februar 2010 | WM-Quali-Tagebuch, Tag 2

Das Liechtensteinische Unihockey Nationalteam nimmt vom 1. bis 7. Februar am WM-Qualifikationsturnier in El Escoribal in Spanien teil. Geführt wird natürlich auch ein Tagebuch.

von Reto Voneschen

Auch am zweiten Tag stand Vorbereitung auf das erste Spiel gegen Estland im Mittelpunkt. Wahre Schauermärchen über das estnische Team wurden bereits erzählt, dreiarmige Monster mit Schüssen wie Kanonenknaller, seien das. Das nachgereiste Teammitglied Andreas Good hat die „Monster“ nun aber mit eigenen Augen gesehen, als er mit den Esten nach El Esorial reiste. „Drei Spieler kommen wirklich aus Estland, die restlichen 15 aus Finnland oder Schweden“, so Good. Für Unihockey-Nichteingeweihte: Der aktuelle Weltmeister heisst Finnland, zuvor gewann Schweden fünfmal den Titel. Mit anderen Worten: Die beiden besten Unihockeynationen der Welt. Da liegt der Vergleich mit den Monstern gar nicht mal so weit entfernt…

Mittlerweile sind fast alle Teams in El Escorial eingetroffen, einzig Georgien soll – sofern alles geklappt hat – am Mittwochnachmittag in Madrid landen. Von den 15 gemeldeten Akteuren durften scheinbar nur deren acht das Land verlassen… Langsam nimmt das Leben auf dem Campingplatz auch Gestalt eines Mini Olympischen Dorfes an. Heute Morgen wurde Team Liechtenstein beispielsweise von den Holländern geweckt, die gleich vis-a-vis der Liechtensteiner hausen und vor dem Frühstück noch eine Runde Fussball spielen wollten.

Apropos Holland: Zu einer netten Episode kam es nach dem gestrigen Training der Oranjes. Zusammen mit ihnen hätten die Liechtensteiner zurück ins Camping fahren sollen, da diese kurzfristig etwas länger im Städtchen blieben. Das Training der Holländer dauerte aber länger, da noch für die Eröffnungsfeier geprobt werden musste. Der Busfahrer hatte aber Hunger und wollte nach Hause, so entschied er in Eigenregie, statt zwei nur ein Team zurückzufahren. Und während sich Team Liechtenstein schon auf eine Staatskrise gefasst machte, die nur noch der Fürst lösen könnte, blieb das OK ganz cool. „Sie haben uns gesagt, dass der Motor eines Busses abgelegen ist“, erklärte der holländische Natitrainer Jonas Dunkel, ein ehemaliger Schweizer Natispieler, etwas verdutzt heute Morgen.

Neben dem Training stand heute auch noch der Ausflug nach Madrid für die Liechtensteiner rot im Programm angestrichen. Für vier Stunden reichte der gedrängte Zeitplan noch. Genug für Rainer Büchel. „Wir haben alles gesehen“, lachte der Teamcaptain verschmitzt. Jeder Madrilene würde dies wohl nicht unterschreiben. Für eine kleine Gruppe rund um Verbandspräsident Franz Maurer hiess es am Nachmittag vor allem „Füsse hochlagern und Sonne geniessen“, ehe am Abend das Technical Meeting im Hotel des IFF stattfand. Dort wurde auch erklärt, weshalb der spezielle Gerflor-Boden nicht verlegt wurde. „Der IFF besitzt nur zwei solcher Böden und in dieser Woche finden vier Qualiturniere statt.“ Wo der Boden verlegt wurde, ist aber weiterhin nicht bekannt.

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