Montag, 1. Februar 2010 | WM-Quali Tagebuch - Tag 1
Das Liechtensteinische Unihockey Nationalteam nimmt vom 1. bis 7. Februar am WM-Qualifikationsturnier in El Escoribal in Spanien teil. Geführt wird natürlich auch ein Tagebuch.
von Reto VoneschenAuf dem Campingplatz in El Escoribal sind sieben von acht Teilnehmern des Quali-Turniers untergebracht. Nein, nicht Gastgeber Spanien sondern die Slowaken wollten unbedingt in ein Hotel. Sehr zum Ärger der Organisatoren, welche gerne aus logistischen Gründen die Teams beieinander gehabt hätte. Vier Bungalows sind dem Team Liechtenstein vorbehalten. Einfach, aber zweckmässig lautet denn auch das Urteil der fahrbaren (!) Holzhäuser nach zwei Tagen Wohnens. Nur die sehr dünnen Wändchen sind gewöhnungsbedürftig. „Ich dachte ich steh unter einem Wasserfall“, erschrak Coach Yves Kempf morgens, als nebenan die Dusche angestellt wurde.
Camping im Februar? Ja, das ist möglich in Spanien, aber auch nur für Hartgesottene. Zwischen 5° und 7° beträgt die Durchschnittstemperatur tagsüber. Abends wird’s dann „a Tschöppli“ kälter. Dafür entschädigt der strahlende Sonnenschein für vieles. Wo schneits zur Zeit grad? El Escoribal liegt ca. eine Stunde von Madrid entfernt und ist ein kleines, malerisches Städtchen. Schmuck ist auch die Halle, in welcher das Turnier ausgetragen wird. Schade einzig, dass der offizielle IFF-Boden nicht ausgelegt wurde, obwohl der Hersteller Gerflor auf den Teambadges noch als Sponsor fungiert. Scheinbar erhoffen sich die spanischen Verantwortlichen einen Vorteil für ihre Grupo.
Im Team Liechtenstein herrscht noch die berühmte Ruhe vor dem Sturm. Ein 90 Minütiges Training stand auf dem Programm, danach – noch fast anstrengender – die Nahrungssuche im Städtchen. Während die Maurer/Preite-Gruppe wie nicht anders erwartet „vorzüglich ass“, musste sich die Burger King Gruppe auf halbem Weg mit knurrendem Magen in einer Tankstelle eine kleine Stärkung holen. Auch die schlussendlich anvisierte Bar war dann nicht der Lottogewinn. Das vermeintlich leckere Spiegelei-mit Würstchen-und-Pommes-Frittes Menü wurde dann zum ultimativen Magentest.
Am Dienstag steht nach dem Mittagstraining ein Ausflug nach Madrid auf dem Programm, bevor es dann am Mittwoch gegen Estland definitiv Ernst gilt. Angekündigt sind bei den Esten alle Stars, also auch die Balrog-Spieler Henrik und Kristian Talme. Auf eine Abwehrschlacht wird sich das liechtensteinische Team wohl einstellen müssen. Unbeeindruckt zeigt sich Teamgoalie Alexander Näscher. „ich rasiere mich erst wieder, wenn wir Weltmeister sind“, meinte er selbstbewusst , um schnell anzuhängen, „zum Glück hab ich keinen starken Bartwuchs“.
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